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Spiroergometrie ohne Kalibriergas: Wie SpiroFit kalibriert & Best Practices für Tests

Eine der häufigsten Fragen, die Anwender vor dem Kauf eines mobilen Spiroergometrie-Geräts stellen, lautet: Wie funktioniert die Kalibrierung?
Jeder, der schon einmal ein traditionelles Spiroergometrie-Gerät genutzt hat, kennt die umständliche Routine bei der Testvorbereitung: Referenzgasflaschen, Mehrpunkt-Kalibrierungssequenzen, Aufwärmphasen, Umgebungsanpassungen. Es kann 20–30 Minuten dauern, bis überhaupt ein einzelner Test beginnt. Für ein Gerät, das für den Einsatz im Feld, in der Praxis oder bei direkt aufeinanderfolgenden Kunden entwickelt wurde, stellt dieser Mehraufwand eine echte Hürde dar.
SpiroFit verfolgt hier einen neuartigen Ansatz. Zu verstehen, wie und warum dieser funktioniert, ist die Grundlage für verlässliche, präzise Messungen.
Warum SpiroFit keine externen Kalibriergase benötigt
Traditionelle Spiroergometrie-Geräte kalibrieren, indem ihre Sensoren einem bekannten Referenzgas ausgesetzt werden – typischerweise einer Gasflasche mit einer zertifizierten, exakt definierten Mischung aus Sauerstoff und Kohlendioxid. Das Gerät liest das bekannte Gas ein, bestimmt seinen Referenzpunkt und nutzt diesen Basiswert für alle nachfolgenden Messungen.
SpiroFit benötigt keine Referenzgasflasche, da das System mit jedem einzelnen Atemzug bereits Zugriff auf eine solche Referenz hat: die Atmosphäre selbst.
Die Zusammensetzung der Umgebungsluft ist bemerkenswert konstant. Sauerstoff macht 20,95 % der atmosphärischen Luft aus. Der Kohlendioxidgehalt liegt bei etwa 0,04 % – 400 parts per million. Diese Werte bleiben unabhängig von der Höhenlage im Wesentlichen konstant: Zwar verändert sich der atmosphärische Druck mit der Höhe, das prozentuale Verhältnis von Sauerstoff und Kohlendioxid in der Luft bleibt jedoch gleich. Schwankungen treten lediglich im Parts-per-Million-Bereich auf und liegen damit weit innerhalb der Toleranz des Sensorsystems von SpiroFit.
Jedes Mal, wenn Du einatmest, gleicht SpiroFit die eingeatmete Luft mit diesen bekannten, festen Werten ab. Die eingeatmete Luft dient als Kalibrierungsreferenz – und sie wird mit jedem einzelnen Atemzug neu aktualisiert.
Die Wissenschaft hinter den einzelnen Sensoren
Sauerstoffsensor (O₂): Lineare Kalibrierung
Die Sauerstoffmessung von SpiroFit basiert auf einer linearen Sensorkennlinie. Da 20,95 % Sauerstoff ein fester, bekannter Wert in der Umgebungsluft sind, bildet dies den ersten Ankerpunkt auf dieser Kennlinie. Der zweite Kalibrierpunkt – 0 % Sauerstoff – entspricht einer Spannung von null im Sensorsystem. Mit diesen zwei festen Referenzpunkten kann der Sensor jede beliebige Sauerstoffkonzentration dazwischen exakt bestimmen.
Dieser lineare Zusammenhang ist präzise, stabil und erfordert keine externen Gase zur Aufrechterhaltung der Genauigkeit, da einer der beiden Referenzpunkte in jedem Atemzug kontinuierlich zur Verfügung steht.
Kohlendioxidsensor (CO₂): Wärmeleitfähigkeit
Der CO₂-Sensor von SpiroFit funktioniert über die Messung der Wärmeleitfähigkeit der Luft – also der Rate, mit der Luft Wärme leitet. Da Kohlendioxid Wärme anders leitet als Stickstoff und Sauerstoff, die den Hauptteil der atmosphärischen Luft ausmachen, kann der Sensor selbst minimale Veränderungen der CO₂-Konzentration hochpräzise erfassen.
Da die eingeatmete Luft praktisch kein Kohlendioxid enthält – lediglich 0,04 %, was im Verhältnis zu den Konzentrationen in der Ausatemluft praktisch null ist –, dient jede Einatmung als frischer Referenzpunkt für die nachfolgende Ausatmung. Der Sensor misst somit die Differenz zwischen Ein- und Ausatemluft anstatt einer absoluten Konzentration.
Dieser relative Messansatz bietet einen entscheidenden Vorteil: Er eliminiert die physikalische Drift. Absolute Messsysteme, die sich auf einen zu Testbeginn festgelegten Kalibrierpunkt stützen, sind anfällig für Drift, sobald sich Sensortemperatur und Betriebsbedingungen im Laufe der Zeit ändern. Das Wärmeleitfähigkeitsverfahren von SpiroFit kalibriert sich mit jedem Atemzug neu, sodass Drifteffekte unabhängig von der Testdauer oder den Umgebungsbedingungen systematisch ausgeschlossen werden.
Flow-Sensor
Der Flow-Sensor misst das Volumen und die Strömungsgeschwindigkeit jedes Atemzugs. Dadurch kann SpiroFit die Gesamtventilation berechnen und exakt zwischen Ein- und Ausatmung unterscheiden. Mit 400 Messungen pro Sekunde erfasst SpiroFit eine Atemdynamik, die langsamere Sensoren nicht auflösen können – einschließlich des Feuchtigkeitsgehalts jeder Einatmung, der in die Berechnung der Gaskonzentrationen einfließt, um höchste Genauigkeit unter realen Bedingungen zu gewährleisten.
Werksprüfung – bevor das Gerät Dich erreicht
Zusätzlich zur automatischen Kalibrierung während der Nutzung durchläuft jedes SpiroFit-Gerät ein strenges werkseitiges Prüfverfahren, bevor es für die Auslieferung freigegeben wird:
- Prüfung mit medizinischem Fluss-Volumen-Simulator – jedes Gerät wird mit einem zertifizierten Simulator abgeglichen, um die Genauigkeit der Flow-Messung zu bestätigen
- Atemgassimulation – vor dem Versand wird an jedem einzelnen Gerät eine vollständige Simulation realistischer Atemgasbedingungen durchgeführt
- Ruhemessungen an echten Personen – als abschließende Qualitätskontrolle werden an jedem Gerät zwei Messungen des Ruheumsatzes (RMR) mit Probanden durchgeführt
Die Fertigungsqualität jedes Sensors wird während der Produktion überprüft und auf Werksebene freigegeben. Kein Gerät wird ausgeliefert, ohne diese Kontrollen erfolgreich durchlaufen zu haben.
Best Practices für präzise Messungen
Das Verständnis des Kalibrierungsmechanismus von SpiroFit verdeutlicht zugleich die wichtigste Best Practice für verlässliche Messungen: die Aufwärmphase (Warm-up).
Schalte das Gerät mindestens 60 Sekunden (empfohlen werden etwa 5 Minuten) vor dem Test ein – abseits des Probanden und in einer windstillen Umgebung.
Warum das wichtig ist:
Wenn SpiroFit eingeschaltet wird, benötigen die Sensoren eine kurze Zeitspanne, um ihr thermisches Gleichgewicht zu erreichen – eine stabile Betriebstemperatur, bei der die Messungen am präzisesten sind. Das trifft bis zu einem gewissen Grad auf alle elektronischen Sensoren zu. Während dieser Aufwärmphase erfasst das Gerät aktiv die Umgebungsluft und baut seine Kalibrierungsbasislinie auf. Ein zu früher Testbeginn vor Abschluss dieses Prozesses kann unnötige Schwankungen in den ersten Messdaten verursachen.
Während 60 Sekunden das Minimum darstellen, werden etwa 5 Minuten Warm-up empfohlen. Das ist denkbar einfach und verlangt von Dir lediglich, an das Einschalten des Geräts vor dem Vorgespräch oder der Vorbereitung Deines Kunden zu denken. Binde diesen Schritt fest in Deinen Vorbereitungsablauf ein, damit er automatisch zur Routine wird.
Warum eine windstille Umgebung wichtig ist:
SpiroFit kalibriert anhand der bekannten Zusammensetzung der Umgebungsluft. Luftströmungen über der Maske oder dem Mundstück während der Aufwärmphase – etwa durch einen Ventilator, ein geöffnetes Fenster, einen Auslass der Klimaanlage oder auch einen Kunden, der nahe am Gerät atmet – können die vom Sensor erfasste lokale Gaszusammensetzung vorübergehend verändern. Obwohl es sich nur um einen vorübergehenden Effekt handelt, gewährleistet die Platzierung des Geräts abseits von Luftzügen während des Warm-ups eine bestmögliche, saubere Basislinie.
Praktische Tipps für Dein Warm-up-Protokoll:
- Schalte das Gerät ein, während Du Deinen Kunden begrüßt und den Fragebogen durchgehst – sobald Du bereit bist zu starten, ist es das Gerät ebenfalls.
- Stelle das Gerät auf eine ebene Fläche abseits des Kunden, abgewandt von jeglicher Luftbewegung im Raum.
- Positioniere das Gerät bei Tests im Freien oder im Feld während der Aufwärmphase an einem geschützten Ort, falls Wind weht.
- In Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit gilt die gleiche Aufwärmzeit (mindestens 60 Sekunden, idealerweise etwa 5 Minuten): SpiroFit bezieht die Feuchtigkeit zwar in seine Berechnungen ein, die Aufwärmphase ermöglicht es dem Sensor jedoch, sich vor Testbeginn optimal an die Umgebungsbedingungen anzupassen.
Was das für direkt aufeinanderfolgende Tests bedeutet
Einer der praxisnahen Vorteile von SpiroFit ist die Möglichkeit für schnelle Durchlaufzeiten zwischen den Tests. Da kein externer Kalibrierungsprozess zwischen verschiedenen Personen wiederholt werden muss, sind aufeinanderfolgende Messungen unkompliziert: Schalte das Gerät zwischen den Tests aus, plane eine kurze Trocknungsphase ein, schalte es wieder ein und gib ihm mindestens 60 Sekunden Zeit, bevor Du mit der nächsten Messung beginnst. Wir empfehlen typischerweise, das Gerät 5 Minuten vor Testbeginn einzuschalten und für Deinen Athleten ein kurzes, 5-minütiges Warm-up einzuplanen.
Bei hoher Luftfeuchtigkeit oder nach einem besonders intensiven Belastungstest, bei dem der Atem des Probanden viel Feuchtigkeit in das System eingebracht hat, ist eine etwas längere Trocknungszeit vor der nächsten Messung sinnvoll. Trocknungszyklen dauern in der Regel nicht länger als 15 Minuten. Ob mehr Trocknungszeit nötig ist, erkennst Du daran, dass sich das Gerät beim Gedrückthalten der Einschalttaste nicht ausschalten lässt. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Trocknungszyklus noch nicht vollständig abgeschlossen ist.
Ein Hinweis zu den Umgebungsbedingungen
SpiroFit ist für den Einsatz unter verschiedensten Umgebungsbedingungen ausgelegt – ein entscheidender Vorteil für alle, die außerhalb kontrollierter Laborbedingungen arbeiten. Dank des relativen Messansatzes des Wärmeleitfähigkeits-CO₂-Sensors beeinträchtigen Temperaturunterschiede zwischen verschiedenen Testumgebungen die Genauigkeit nicht so, wie es bei absoluten Sensorsystemen vorkommen kann. Wir empfehlen, bei normalen Raumtemperaturen oder moderaten Außentemperaturen zu testen und das Gerät während der Aufwärmphase akklimatisieren zu lassen, wenn Du zwischen unterschiedlichen Umgebungen wechselst.
Eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 85–90 % ist für reguläre Messungen unbedenklich. Gib dem Gerät bei extremer Luftfeuchtigkeit während des Warm-ups Zeit, sich an die Umgebung anzupassen, und achte bei direkt aufeinanderfolgenden Tests auf Feuchtigkeitsansammlungen.
Die Höhenlage hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Genauigkeit von SpiroFit. Da das Gerät proportionale Gaskonzentrationen statt absoluter Drücke misst, bietet der konstante Sauerstoffanteil von 20,95 % in der atmosphärischen Luft auf jeder Höhe eine verlässliche Kalibrierungsreferenz.
Hast Du Fragen zu Setup, Kalibrierung oder Best Practices? Wirf einen Blick in unsere FAQ oder wende Dich an das SpiroFit-Team für ausführliche Dokumentationen und Support-Ressourcen.

Verfasst von
Sendsor GmbH, Deutschland
Das SpiroFit-Team arbeitet mit Fitness-, Wellness- und Sportprofis auf der ganzen Welt.

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